Gute WordPress Plugins entstehen nicht durch längere Arbeitszeiten sondern durch Inspiration

Es ist wie in jedem Job: Man arbeitet, man arbeitet, man arbeitet, man machte tolle Dinge und Produkte und man arbeitet. Aber eines ist in fast jedem Job (und gerade als WordPress-Coder) immer gefragt: Inspiration. Und darum geht es in diesem Artikel.

Sunrise

„Wenn Sie sich die Wissenschaft ansehen, gibt es ein Ungleichgewicht zwischen dem, was die Wissenschaft weiß und was die Geschäftswelt tut“, sagte schon Daniel Pink in seiner Rede über Motivation, die bei TED aufgezeichnet wurde.

Tim Ferriss, Autor der 4 Stunden Woche, machte es uns schon immer vor: Arbeite hart, effizient und erhole dich gut. Er übte sich nicht nur in Kampfsport sondern auch im Tanz: Genauer gesagt dem Tango-Tanz (auf YouTube kann man sich seinen Tango Weltrekord nochmals ansehen). Das heißt: Wir wissen, dass wir Auszeiten brauchen. Der Spaß darf nicht zu kurz kommen. Und doch machen wir es viel zu selten als eigentlich nötig.

Daniel Pink ist Anhänger des so genannten ROWE-Models. Ausgeschrieben bedeutet es: ,Results-Only Work Environment‘. „In einem ROWE haben die Menschen keine Zeitpläne. Sie erscheinen, wann sie möchten. Sie müssen nicht zu einer bestimmten Zeit im Büro sein oder zu irgendeiner Zeit. Sie müssen einfach ihre Arbeit erledigen“ sagt er. Sie entscheiden also frei:

  • wie,
  • wann und
  • wo

sie ihre Arbeit tun. Letztlich zählt nur das was am Ende dabei heraus kommt.

Es liegt also Nahe, das man sich selbst als WordPress-Coder, Designer oder Marketing-Buddy genau eben solche Auszeiten gönnt. Und das tun wir in regelmäßigen Abständen.

Greece Beach

Dave wohnt seit geraumer Zeit in Griechenland. Dort hat es (fast) immer schönes Wetter. Unweit von Stränden ist es ihm jederzeit möglich, schnell dort hin zu fahren, eine Runde im Meer zu schwimmen oder einfach nur zu relaxen. Nichts desto trotz hat er Internet-Zugriff und kann somit in das Business eingreifen, falls nötig. Das Foto rechts entstand vor kurzem bei einem Kurztrip ans Meer.

Genauso war es bei mir in den vergangenen zwei Wochen. Das ROWE-Modell erlaubte es mir, eben mal nicht um 8 Uhr morgens im Büro zu sein. Vielmehr stand ich um 4 Uhr morgens auf und war dementsprechend – nach dem Kurztrip – erst viel später dort. Da das Leben nicht nur aus Arbeit besteht sondern auch Auszeiten kennt, „kraxelte“ ich um eben diese unmögliche Uhrzeit morgens auf einen nahe gelegenen Berg um mir den Sonnenaufgang von dort anzusehen und zu fotografieren. Denn das Fotografieren ist seit Jahren ein „stilles Hobby“ von mir.

Welchem Rat sollten wir also folgen?

Tony Schwartz (Präsident und CEO ,The Energy Project‘) sagte in einer Rede bei 99%, dass alle Menschen persönlich und unbewusst immer genau zwei Kernimpulse ansteuern:

  • Vor schmerzen fliehen (oder gar nicht erst zulassen)
  • Mehr Vergnügen/Freiheit erreichen

Hier ein Beispiel: Ich arbeitete und arbeite immer noch sehr oft an unserem Purple Heart Rating WordPress Plugin. Im Grunde soll es dafür da sein, ein Problem des Benutzers zu lösen. Und meine Aufgabe war es, die Lösung (in Form eines Plugins) zu coden. Das erarbeiten eines Quellcodes (sozusagen das Übersetzten der gedachten Lösung hin zum Code) benötigt viel Zeit und ist anstrengend.

Unserer Unterbewusstsein möchte aber weg von dieser Problemstellung und dieser Anstrengung. Alles, was nicht mit dem Problem zu tun hat ist absolut attraktiv für uns.

Das heißt alles, was uns von dem eigentlichen Problem ablenkt ist sehr gut für unsere Kernimpulse. Deswegen ist auch unser E-Mail-Programm ständig geöffnet. Wir lesen jede ankommende E-Mail sofort wenn der Signalton dafür ertönt. Denn der Ton verspricht uns mehr Freiheit und lenkt uns damit vom eigentlichen Problem ab.

Rein theoretisch eine gute Sache: Weg vom Schmerz. Hin zu mehr Freiheit. Das funktioniert auch super, wenn gerade ein Löwe vor uns steht und wir schnell flüchten müssen. Beim Lösen von Aufgaben hilft uns diese Gabe allerdings gar nichts und bringt uns letztlich nur dazu das folgendes passiert:

  • wir springen zwischen verschiedenen Arbeiten hin und her,
  • wir arbeiten ineffizient,
  • die Qualität der Problemlösung wird beeinträchtigt.

Nach Schwartz sollten wir uns einmal selbst folgende Frage stellen:

  • Wie lange war der längste Zeitraum in dem Du nicht deine E-Mails ständig überprüft hast?
  • Wann hast Du zuletzt ein oder zwei Stunden lang einfach nur deine Gedanken schweifen lassen?
  • Wie oft hast Du dich im Letzten Monat einfach hin gesessen und bewusst ein- und ausgeatmet?

Ich denke für fast alle von uns fallen die Antworten auf diese Fragen eher negativ aus. Eigentlich Schade, denn Auszeiten sorgen letztlich dafür, dass unser Gehirn wieder mehr Kreativität frei lässt. Nur eine halbe Stunde Auszeit sorgt in der Regel für erheblich mehr Inspiration. Und als Coder weiß man ohnehin: Wenn man plötzlich nicht mehr weiter weiß, weil man einen Fehler nicht findet, ist es besser, eine kurze Pause einzulegen.

Wir müssen einfach eine Balance dafür finden wir wir unsere Energie „verbrauchen“ und zurück gewinnen. Und wenn wir etwas machen, dann sollten wir es zu 100% tun. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Entweder zu 100% arbeiten.
    (Wir Arbeiten zu 100% an einer Problemlösung bis diese gelöst ist) ODER
  • Oder zu 100% erholen.
    (Wir holen unserer Energie zu 100% zurück in dem wir uns ausruhen (und das kann durchaus auch eine Beschäftigung mit einem Hobby sein). Ohne dass wir nebenbei unsere E-Mail checken oder uns mit anderen Problemen beschäftigen die mit dem „Erholungsvorgang“ per se nichts zu tun hat.)

„Wir sollten endlich aufhören in der Grauen Zone dazwischen zu leben“, so das abschließende Resümee von Tony Schwartz. Und damit gebe ich ihm recht. Denn ohne kurze Auszeiten nach dem Tim-Ferris-Prinzip (oder wie man immer das auch nennen mag) gäbe es unser Artikelbewertungsplugin heute wohl nicht.

Dieser Artikel wurde ursprünglich von David Altmann veröffentlicht.

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