Matt Mullenweg kritisiert Unsplash-Plugin wegen CDN

Unsplash hat Ende Juli ein eigenes WordPress Plugin herausgebracht. Damit soll es den Benutzern einfach gemacht werden, Fotos der Bilderplattform einfach einzubinden.

Unsplash hat Ende Juli ein eigenes Plugin für WordPress veröffentlicht, das gemeinsam mit dem Team von XWP entwickelt wurde. Das Plugin verbindet die über 1 Million kostenlose hochauflösende Bilder von Unsplash mit dem WordPress-Editor. Matt Mullenweg vergab aber nur einen Stern. In diesem Artikel steht, warum.

Ziel von Unsplash war es, sein Publikum zu vergrößern, indem der Publishing-Workflow für WordPress-Publisher verbessert wird.

Da Unsplash versucht, ein neues Wirtschaftsmodell rund um die Fotografie zu definieren, sind mit WordPress betriebene Sites ein wichtiger Besuchermagnet, da die Plattform mehr als 37% der Top 10 Millionen Websites von Alexa betreibt.

„Nicht zu empfehlen“

Matt Mullenweg schrieb in der Rezension: „Ich würde nicht empfehlen, dieses Plugin zu verwenden, versuchen Sie stattdessen Instant Images“.

Er zielte dabei auf den CDN-Zwang im Plugin. Das bedeutet: alle Bilder werden von Unsplash geladen. Nicht von der eigenen WordPress-Websites. Aus DSGVO-Sicht sind das natürlich gute Gründe. Aus Geschwindigkeitsgründen allerdings nicht. Seit Jahren werden CDNs (Content Delivery Networks) eingesetzt um das Ausliefern von Bildern über mehrere Server zu verteilen, um eine Seite schneller zu laden.

Deaktivieren des CDNs über Plugins möglich

Diese Woche sind bereits mehrere Erweiterungen zur Deaktivierung des Plugins aufgetaucht. Disable Unsplash CDN ist das Erste, welches auf WordPress.org veröffentlicht wurde. Xaver Birsak, den ich selbst schon einmal kennenlernen durfte, hat es erstellt, um Benutzern zu helfen, die durch das Unsplash CDN möglicherweise eine langsamere Seitengeschwindigkeit erfahren. „Ich habe die Veröffentlichung des offiziellen Unsplash-Plugins sowie die seltsame Ein-Sterne-Bewertung von Matt Mullenweg verfolgt, die ich für unangemessen halte“, sagte Birsak zu WP-Tavern.

Unsplash benötigt die Daten

Es ist gut möglich, dass Unsplash selbst eine solche Funktion nachrüstet. Allerdings benötigt es auch die Zugriffszahlen, um die Anzahl der Aufrufe zu zählen. Zusätzlich zur Weitergabe dieser Daten an die beitragenden Fotografen benötigen die Unsplash-Werber diese Daten auch, um weiterhin Nutzen aus dem neuen Geschäftsmodell von „Unsplash for Brands“ ziehen zu können. Ein zweischneidiges Schwert also.

Die monatlichen Gesamtkosten für das Image-Hosting des Unternehmens bei Imgix beliefen sich im Jahr 2019 auf 42.408 US-Dollar, was bedeutet, dass Unsplash über 500.000 US-Dollar pro Jahr ausgibt, um optimierte Bilder über sein CDN bereitzustellen. Letztes Jahr schickte Unsplash über das CDN von Imgix Petabyte an Daten für 250 Millionen Variationen der Quellbilder der Bibliothek.

Unsplash ist ein Geschäft, und ein Unternehmen muss Geld verdienen. Sicherlich gibt ein Unternehmen kein WordPress-Plugin bei einem Team vom Kaliber eines XWP in Auftrag, ohne auf eine Rendite für diese Art von Investition zu hoffen.